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Winckelmann-Vortrag
Kustos spricht am 28. April 2008 im Historischen Hörsaal
Am 24. April jährt sich zum 270. Mal die Immatrikulation Johann Joachim Winckelmanns an der halleschen Universität. Deutschlandweit ehren Archäologen normalerweise in den Tagen um den 9. Dezember, seinem Geburtstag, den Begründer der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. Von 1905 bis 1939 wurde des ‚ersten` bedeutenden Archäologen auch an der Universität Halle-Wittenberg durch Festvorträge im Winter gedacht, die als „Hallesche Winckelmannsprogramme" erschienen. Erst nach einer langen Pause konnte die Tradition seit dem Jahr 2005 erneuert und in neuer Form wiederbelebt werden. Die Winckelmann-Vorträge finden nunmehr zu Beginn des Sommersemesters um den Tag seiner Immatrikulation herum in Kooperation zwischen der Zentralen Kustodie der Universität, dem Lehrstuhl für Klassische Archäologie und der Winckelmann-Gesellschaft Stendal statt.
Den diesjährigen Winckelmann-Vortrag hält am Montag, 28. April, Privatdozent Dr. Stefan Lehmann. Der Leiter des Archäologischen Museums der Universität Halle-Wittenberg spricht zum Thema „Goethes allerliebste Klytia - Metamorphosen einer Fälschung". Der Vortrag beginnt um 19.15 Uhr im Historischen Hörsaal im Löwengebäude. Die interessierte Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen.
Johann Joachim Winckelmann wurde 1717 als Schustersohn im altmärkischen Stendal geboren. Von 1738 bis 1741 studierte er in Halle Theologie und hörte auch bei Johann Heinrich Schulze das Colleg „über griechische und römische Althertümer nach Münzen". Danach arbeitete er zunächst als Hauslehrer und Bibliothekar und übersiedelte 1755 nach Rom, wo er Präsident der römischen Altertümer wurde. Seine im selben Jahr veröffentlichten „Gedanken über die Nachahmung" gelten als Sternstunde des deutschen Klassizismus und begründeten die Klassische Archäologie und Kunstgeschichte.
Die oft zitierten und missverstandenen Schlagworte von der „edlen Einfalt und stillen Größe" der griechischen Kunstwerke stehen für die Leistung Winckelmanns, ein historisches Bild der antiken Kunst zu entwerfen. Dieses ist inzwischen zwar in manchen Punkten überholt, doch zwei seiner grundlegenden Erkenntnisse sind von bleibender Bedeutung: Winckelmann sah wohl als einer der ersten, dass in Rom gefundene Darstellungen aus der griechischen Sage heraus gedeutet werden können. Außerdem hat er den Entwicklungsbegriff in die Betrachtung der antiken Kunst eingeführt und ein Entwicklungsschema für die Abfolge von Stilepochen geschaffen.
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E-Mail: andreas.furtwaengler@altertum.uni-halle.de
Ort: Historischer Hörsaal XIVc, Hauptgebäude, Universitätsplatz 11
Zeit: 28. April, 19.15 Uhr
Thema: „Goethes allerliebste Klytia - Metamorphosen einer Fälschung"